Geschichte Südafrika
Vor der Entdeckung Südafrikas durch die Europäer, wurde das Land von den Khoisan und Bantu-Völkern besiedelt. Während die Khoisan vor allem den Westen Südafrikas bevölkerten, ließen sich die Bantu meist in der Osthälfte nieder. Als die portugiesischen Seefahrer im 15. Jahrhundert nach einem Seeweg nach Indien suchten, fanden sie dabei schließlich Südafrika. 1488 entdeckte der Portugiese Bartolomeu Diaz die Südwestspitze von Afrika (siehe auch Südafrika Karte), die er zunächst Kap der Stürme taufte. Später änderte der portugiesische König Johann II. den Namen in Kap der guten Hoffnung. Im November 1498 landete der berühmte Seefahrer Vasco da Gama mit seiner Flotte in der Mooselbai. Trotz der wichtigen Bedeutung des Kaps verzichteten die Portugiesen darauf, in Südafrika eine Kolonie zu errichten.
Dies taten später die Holländer, die unter Jan van Riebeeck im Jahr 1652 mit Kapstadt die erste bedeutende europäische Siedlung in Südafrika gründeten. Im Laufe der Jahre begannen die Holländer im Landesinneren Farmen zu errichten und Viehzucht zu betreiben. Die weißen Siedler nannten sich bald selbst Afrikaaner. Es kam jedoch zu Auseinandersetzungen mit den einheimischen Khoikhoi, die im Laufe der Zeit immer abhängiger von den Weißen wurden. Darüber hinaus führten die Holländer zunehmend Sklaven aus anderen Ländern nach Südafrika ein, die vor allem für die Arbeit auf den Plantagen eingesetzt wurden. Im 18. Jahrhundert breiteten sich die Buren mit großen Siedlertrecks weiter nach Norden aus. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit den Einheimischen, die in den Kaffernkriegen gipfelten. Doch auch Großbritannien erhob Anspruch auf die Kapkolonie und besetzte sie 1806. Die neuen Kolonialherren schafften die Sklaverei ab, unterwarfen aber in harten Kämpfen nach und nach die Bantu-Völker. Während des Zulu-Krieges, 1879, wurden die Zulus entscheidend geschlagen. Danach kam es zu Konflikten zwischen den Briten und den Buren, die inzwischen mit der Südafrikanischen Republik und dem Oranje-Freistaat ihre eigenen Staaten gegründet hatten. 1880/81 und 1899 - 1902 kam es zu den Burenkriegen, in dessen Verlauf die Buren letztendlich unterlagen. Die beiden Buren-Republiken wurden Teil des Britischen Empire. 1910 folgte die Gründung der Südafrikanischen Union, die aus den vier Kolonien der Kapkolonie, dem Oranje-Freistaat sowie Natal und Transvaal bestand und die ein eigenständiges Dominion innerhalb des britischen Commonwealth wurde. 1931 wurde Südafrika endgültig von Großbritannien unabhängig.
Nach Ende des 2. Weltkrieges, an dem Südafrika an der Seite der Alliierten teilgenommen hatte, begann die regierende National Party mit der Bildung der Apartheid, der Rassentrennung zwischen den Weißen und den anderen in Südafrika lebenden Rassen. Die Apartheid wirkte sich auf das gesamte öffentliche und private Leben der Menschen, die auch räumlich voneinander getrennt wurden, aus. Im Ausland stieß die Politik der Apartheid auf Unverständnis und Kritik. Daher trat die Südafrikanische Union 1961 aus dem Commonwealth aus und nannte sich fortan Republik Südafrika. International wurde das Land immer mehr isoliert. Natürlich sorgte die Apartheid auch innerhalb Südafrikas für Unruhen, die 1976 im Soweto-Aufstand gipfelten, der am 16. Juni begann und der als Tag der Jugend zum Feiertag wurde. Trotz aller Opfer wehrte sich schwarze Bevölkerung Südafrikas unvermindert gegen die Apartheid. Wichtigstes Symbol des Widerstandes wurde Nelson Mandela, der 27 Jahre im Gefängnis verbrachte. Ab 1990 begann die Südafrikanische Regierung unter Frederik Willem de Klerk endlich nachzugeben. Sie ließ Nelson Mandela frei und hob zahlreiche Verbote auf. Allmählich konnte nun die Apartheid überwunden werden.
Am 27. April 1994 konnten schließlich die ersten freien Wahlen stattfinden, an denen auch die schwarze Bevölkerung, welche die Mehrheit bildete, teilnehmen durfte und die die ANC-Partei deutlich gewann. Dadurch wurde Nelson Mandela erster schwarzer Präsident der Republik Südafrika. Der 27. April wurde als Freiheitstag einer der bedeutendsten Feiertage des Landes. Auch die internationale Isolation, die durch die Apartheids-Politik entstanden war, konnte überwunden werden. Südafrika trat wieder in das Commonwealth ein und wurde Mitglied der UNO-Vollversammlung. Am 3. Februar 1997 trat die neue Verfassung des Landes in Kraft.